Blickwinkel

Abschnitt 3 - Sich selbst wiederfinden

"Wer andere kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist weise."
(Tao te king)


Bei diesem Gedanken wird klar, daß wir uns zunächst selbst zu erkennen haben, bevor wir auf andere Menschen ein Augenmerk legen und auch ihnen eine Hilfe sind.
Es gilt dabei auf die eigene natürliche Musik unserer Seele zu hören, damit wir sie für uns selbst und unser Leben im Einklang mit allem anderen, auf die richtige Art und Weise zu spielen lernen.
Diese Musik, die sich stets sehr leise äußert, ist die Melodie unserer "Inneren Stimme", die uns liebevoll leiten möchte. Dafür müssen wir jedoch auch bereit sein, ihr unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken, damit wir die aufsteigenden Gefühle und Schwingungsimpulse verstehen lernen. Eine sehr gute Möglichkeit dies zu erreichen ist zum Beispiel regelmäßige Meditationen durchzuführen, oder andere Menschen schaffen es auch unwillkürlich, indem sie Tätigkeiten verrichten, innerhalb derer sie von ganz allein in diesen aufmerksameren Zustand geraten. Es gibt allerdings, und dies wird wohl jedem irgendwie bekannt vorkommen, Einflüsse und Ablenkungen, die dazu führen, daß verschiedene Irrtümer, Illusionen oder andere persönliche Beweggründe, den wahren, reibungslosen mittigen Lichtweg behindern, oder sogar ganz verhindern können. Oft geschieht es sehr bewußt, manchmal auch ganz unbeabsichtigt, wo wir uns in Zuständen hoher Aktivitäten und Streßbereitschaft, Nervosität, Unausgeglichenheit, Unzufriedenheit, Traurigkeit, Resignation oder Depression, völliger Angespanntheit oder sogar bei äußerlichen Reizen (wie Lärm, Unruhe, terminlichem Zeitdruck u.a.)... selbst entglitten sind.

Die Signale der "Inneren Stimme" werden leider allzuoft einfach ignoriert oder nicht mehr richtig wahrgenommen. In solchen Momenten tritt häufig eine Art Automatismus in Kraft, aus dem ein Mensch anscheinend nur noch funktioniert und eventuell drauflos reagiert. Nicht jede plötzliche Handlungsbereitschaft tritt immer aus einer guten Spontanitätslaune hervor, sondern ist dann viel eher aus einem inneren Überdruck entstanden, wie bei einem Ablaßventil, das jegliches "Zuviel" (was auch immer es gewesen sein mag), wieder herauslässt.
Die Gedanken drehen sich in Wirklichkeit nur noch im Kreis, Entscheidungen werden aus der begrenzten Sicht scheinbar immer nur von irgend etwas oder irgend jemandem im "Außen" beeinflußt. Wenn man trotzdem innerhalb dieser Situationen und Stimmungen weitreichende Entscheidungen trifft, weil man glaubt, man müsse dies nun unbedingt gleich tun, zweifelt dieser Mensch späterhin nur umso mehr an sich selbst! Kommt dieses Beispiel vielleicht jemandem bekannt vor?

So selten geschieht dies auch gar nicht. Es passiert überall und jeden Tag, und es kann sich, falls man auf sich nicht richtig achtgibt, einem wie in einem Hamsterkäfig als ständiges Musterprogramm begleiten und wiederholen. Nur einen kleinen Schritt weiter in diesen Automatismus hinein, ergeben sich nicht selten seelisch-körperliche Symtomatiken und Funktionsstörungen, die Arztpraxen sind voll davon. Daher lieber gleich rechtzeitiger in die eigene Stille den Rückzug zur eigenen Mitte antreten und innere Wegweiser beachten, und "in sich lauschen!"

Was dem Menschen in dieser Lage längst nicht mehr bewußt ist, ist die Tatsache, daß er aus einer illusionären Einstellung heraus, einem falschem Glaubenssatz oder einer irregeleiteten Wahrnehmung - der eigenen "Opferungsbereitschaft" und den verkehrten Weltbildnissen leichter nachgegeben hat. Der Mensch läßt mit sich geschehen, statt selbst bewußt etwas geschehen zu lassen, und die Dinge in Selbstverantwortlichkeit in die eigenen Hände zu nehmen. Er gibt seine Macht ab, die wahren Möglichkeiten, die ja in ihm/ihr selbst liegen, nimmt er nicht mehr wahr, wurden niemals direkt angesprochen.

Um die "Innere Stimme" zu hören, benötigen wir Menschen eine innere Aufmerksamkeit, Bereitschaft, Gelassenheit und Ausgeglichenheit. Wie wir dies erreichen, ist für jeden individuell.
Nicht die Umstände sind Schuld am eigenen Dilemma, sondern wir sind es, die diesen Umständen Entfaltungsrecht gaben, und auch nur wir können es sein, die diese Umstände in eigene Zuständigkeit zurückverwandeln können, indem wir selbstverantwortlich und bewusst mit unserem Denken und Handeln umgehen.

Kehrt ein Mensch in seine Mitte zurück und konzentriert sich auf sich selbst, erkennt er sich und seine Weltanschauung. Er/sie ist nunmehr nicht mehr eine Opfergestalt des Lebens, sondern der Erschaffer/in, Meister/in ... oder wie es in esoterischen Kreisen auch geläufiger ist:

"Der Schöpfer seines Selbst"
und seiner Umstände mit." -

Ist es da nicht viel besser, diese Seiten des Lebens lieber so früh als möglich für sich zu erkennen, um seine Energien selbstverantwortlich auf lichtere Wege von "Innen nach Außen" und bereitwillig - ohne Verstandesschranken und rein egoistischem Zieldenken - lenken zu lassen?
Wenn wir die "Störungen" der Außenwelt, die uns etwas zeigen wollen, durch die "Innere Führung" im Lichte zu manövrieren verstehen, machen wir uns selbst den Weg/die Wege freier - zu uns selbst - und im Anschluss gleichsam zu den ebenso immer leichter werdenden Wegen unserer unmittelbaren Umwelt.


In Licht und Liebe
Solaria


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